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Sind Kunststoffe gut oder schlecht für uns?

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Das moderne Leben ist ohne Kunststoffe kaum vorstellbar. Diese innovativen Materialien sind in fast allen Produkten zu finden, die wir im Alltag berühren und benutzen. Einige Kunststoffe haben allerdings einen schlechten Ruf, und viele Menschen sind zunehmend darüber besorgt, wie sicher Kunststoffe in Bezug auf ihre Gesundheit sind. Kann eine Plastikverpackung beispielsweise Nahrungsmittel verunreinigen? Eignet sich Kunststoff zur Verwendung in der Mikrowelle? Ist es problemlos möglich, eine Kunststoffflasche in den Gefrierschrank zu legen? Können Babyflaschen aus Kunststoff für Säuglinge schädliche Stoffe ausscheiden? Fakt ist, dass Kunststoffe im Allgemeinen sicher sind, wenn sie für den vorgesehenen Zweck verwendet werden. Schauen wir uns einige Tatsachen über Kunststoff an.

Für Kunststoffe gelten sehr strikte Vorschriften

Viele moderne Kunststoffe enthalten Chemikalien und Additive, die die Eigenschaften des Produkts verbessern. Bevor diese Chemikalien jedoch eingesetzt werden dürfen, muss nachgewiesen werden, dass sie sehr strengen Richtlinien genügen. Beispielsweise hat jeder Chemiehersteller aus jedem Teil der Erde, der eine neue Substanz in den europäischen Markt bringen will – gleichgültig, ob als eigenes Produkt, als Teil einer Mischung oder verarbeitet in einem Kunststoffprodukt – ein so genanntes REACH-Dossier zu dieser Substanz zu erstellen und bei der European Chemical Association ECHA einzureichen. Bei REACH handelt es sich um die Vorschrift der Europäischen Union zu Chemikalien und ihrem sicheren Gebrauch (EG 1907/2006). Das Kurzwort steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemical Substances, also die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Substanzen. Bevor also irgendein Kunststoffmaterial im europäischen Markt zugelassen wird, muss es den strikten REACH–Vorschriften entsprechen. Im Rahmen der REACH-Regelungen muss zudem jede derzeit benutzte Chemikalie durch eine umweltfreundlichere Alternative ersetzt werden, sobald diese zur Verfügung steht. Auf diese Weise schützt REACH unsere Gesundheit und unsere Umwelt.

Für Anwendungen im Nahrungsmittelbereich gelten noch strengere Regeln

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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist im Jahr 2002 gegründet worden, um durch Risikountersuchungen toxikologische Dossiers zu jeder Substanz zu erstellen, die in Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelverpackungen verwendet werden. Ferner soll sie unabhängige wissenschaftlich untermauerte Empfehlungen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Informationen und Erkenntnisse aussprechen. Es ist die Aufgabe von EFSA, die Lebensmittelsicherheit zu verbessern und ein hohes Niveau des Verbraucherschutzes sicherzustellen. Dies gilt nicht nur für Plastik, sondern auch für alle anderen Stoffe im Zusammenhang mit Lebensmitteln. Alle Kunststoffprodukte zur Verwendung bei Lebensmitteln müssen den strengsten EFSA-Normen genügen. Die Kunststoffindustrie stellt zudem umfangreiche Informationen zu allen Fragen über die Eigenschaften von Kunststoffen und ihre sichere Verwendung zur Verfügung.

Kunststoff bringt Trinkwasser sicher in unsere Häuser

Kunststoffe spielen eine große Rolle beim Transport und Verteilung von Trinkwasser. Für diese Anwendung werden alle Wasserleitungen, Verbindungen und andere Teile gesetzlich strikt reguliert und von unabhängigen Prüfeinrichtungen wie KIWA in den Niederlanden, TZW und HY in Deutschland oder IPL und CARSO in Frankreich zertifiziert.

Kunststoffe sind sicher, wenn sie fachgerecht behandelt werden

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Zweifellos zählen Kunststoffe und die in ihnen enthaltenen Substanzen zu den am besten getesteten und am stärksten kontrollierten Produkten in Europa. Die strengen Regeln, die von REACH, EFSA und den Ministerien für Gesundheit, Umwelt und Bauwesen angewandt werden, stellen sicher, dass jedes Gesundheitsrisiko so weit wie möglich minimiert wird. Es ist wichtig, dass wir Investitionen in die Forschung und immer striktere Regulierungen aufrecht erhalten und die Verbraucher über die Ergebnisse und Alternativen informieren. Kunststoffe sind immer für einen speziellen Anwendungszweck ausgelegt. Sie sollten nie in Verwendungen benutzt werden, für die ihre Eignung nicht bestätigt worden ist. Es mag überflüssig erscheinen, dies eigens zu betonen, dennoch: Kunststoffe sind nichts, womit man experimentieren kann. Die Anweisungen auf dem Produkt sollten stets gelesen werden. Ihnen kann man entnehmen, wie es sicher benutzt und entsorgt werden kann. Dann können sie auch die Bequemlichkeit und den praktischen Nutzen genießen, den Kunststoffe bieten!

Denken Sie daran: Kunststoff kann Leben retten!

Das moderne Gesundheitswesen ist ohne Kunststoffprodukte in medizinischen Anwendungen nicht vorstellbar: Einwegspritzen, Blutbeutel und Herzklappen sind dafür nur wenige Beispiele. Kunststoffverpackungen sind für die medizinische Nutzung dank ihrer außergewöhnlichen Barriere-Eigenschaften, ihres geringen Gewichts, ihrer niedrigen Kosten sowie der Dauerhaftigkeit, Transparenz und guten Verträglichkeit mit anderen Materialien unverzichtbar, all dies streng überwacht von der European Pharmacopoeia und der European Medicines Agency (EMEA). Kunststoffe können die Medizin für ALLE Menschen in der Welt zugänglich machen. Lassen Sie uns mit einem wunderbaren Beispiel dafür schließen, wie Kunststoffe sich buchstäblich in einen Lebensretter verwandelt haben: Am 9. Juni 2011 erhielt ein Herz patient in Großbritannien ein künstliches Herz aus Kunststoff. Dieses Herz, das die Zeit bis zur eigentlichen Transplantation überbrückt, ist darauf ausgelegt, den Patienten am Leben zu erhalten, bis ein geeignetes Organ verfügbar wird. Zweifellos wird diese Technik weitere Leben retten, wenn mehr Menschen in der ganzen Welt von ähnlichen Operationen profitieren.

Anmerkungen

NA.

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